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SM-Erotik

Stories von Why-Not

Was ist SM?

Wenn Sie sich oder mir diese Frage stellen (indem Sie diesen Menüpunkt ausgewählt haben), schließe ich daraus, daß Sie entweder (bislang?) keine SM-Neigungen haben und nur mal neugierig sind oder Sie gerade erst damit begonnen haben, sich mit Ihrer SM-Neigung zu beschäftigen. Daher richtet sich der nachfolgende Text an SM-Einsteiger und interessierte Außenstehende.

Hat SM nicht was mit Gewalt zu tun?

Sadomasochismus oder kurz SM ist eine erotisch-sexuelle Spielart, der Statistikern zufolge etwa 8% der Bevölkerung zumindest aufgeschlossen gegenüber stehen. Sie hat nichts mit Gewalt oder Verbrechen zu tun. SM unterscheidet sich von solchen Dingen auf die gleiche Weise, wie sich Beischlaf von Vergewaltigung unterscheidet, nämlich durch die Einvernehmlichkeit der Beteiligten. Warum SM trotzdem häufig in die Nähe von Gewalt und Verbrechen gerückt wurde und manchmal heute noch wird, erläutert der Einführungstext im Datenschlag (siehe Linkliste) anschaulich. Kurz gesagt geht dieses Mißverständnis auf die Arbeit eines Gerichtsmediziners zurück, der sadistische und masochistische Neigungen aus bestimmten Straftaten heraus isoliert und als krankhaft-kriminell dokumentiert hatte. Mit der gleichen Logik hätte er aus Vergewaltigungsdelikten heraus den Wunsch nach Beischlaf als kriminelle Neigung festlegen können. Nachdem jene Untersuchungen lange Zeit einfach unbesehen übernommen wurden, gibt es inzwischen medizinische und psychologische Erkenntnisse, die mit diesem Mißverständnis aufräumen. Lediglich die Sensationspresse greift zur Auflagensteigerung weiterhin auf dieses Klischee zurück und hält damit das Bild des gefährlichen SMers aufrecht.

Wie ist das mit der Einvernehmlichkeit zu verstehen?

Bei SM finden sich Menschen mit passenden Neigungen zu erotisch-sexuellen "Spielen" zusammen. Häufig geschieht das im Rahmen von Ehen oder ehe-ähnlichen Beziehungen. Solche Spiele können von jedem Beteiligten zu jeder Zeit abgebrochen werden. Um dieses sicherzustellen, gibt es im SM Mechanismen bzw. Rituale, die in der SM-Szene allgemein anerkannt sind. Mit einem vereinbarten Codewort oder - falls das im Spiel nicht möglich ist - durch bestimmte Gesten kann sich jeder Beteiligte unmißverständlich äußern, falls er mit der Fortsetzung des Spiels nicht mehr einverstanden ist. Das Spiel wird dann sofort abgebrochen. Die Notwendigkeit verantwortungsbewußten Handelns und des Respekts den Mitspielern gegenüber ist bei SMern besonders im Bewußtsein, da dies eine Voraussetzung für die körperliche und seelische Sicherheit und Unversehrtheit aller Beteiligten ist.

Selbstverständlich laufen nicht alle SMer permanent mit einem Heiligenschein herum. Aber verantwortungslose Zeitgenossen werden in der SM-Szene nicht toleriert. Und Verbrecher natürlich erst recht nicht. (Der sadistische Lehrer, der seine Schüler aus Spaß quält, ist daher kein SMer, sondern ein Triebtäter!) So, wie Menschen mit "normaler" (was immer das ist) Sexualität sich nicht in einen Topf mit Vergewaltigern werfen lassen wollen, wollen wir SMer uns nicht mit Gewaltverbrechern gleichsetzen lassen. Ist doch nachvollziehbar, oder?

Wie wird man SMer?

Gar nicht. Man ist es oder man ist es nicht. Na ja, ok, so ganz stimmt das natürlich auch nicht. Die Neigung zu SM bringt man mit. Viele wissen es bereits seit der Kindheit. Andere stoßen irgendwann "zufällig" darauf, daß manche Filmszenen, Phantasien und Spielarten sie ansprechen. Ob SM eine angeborene Veranlagung ist, auf frühkindlicher Prägung beruht oder aus einer Mischung von beidem entsteht, weiß man nicht. Wenn man diese Neigung (entdeckt) hat, sollte man sich vor irgendwelchen "Experimenten" erst einmal gründlich informieren. Das Thema Einvernehmlichkeit habe ich weiter oben ja bereits ausführlich angesprochen. Zum Thema Sicherheit gibt es das empfehlenswerte "SM-Handbuch" und diverse Informationen im Datenschlag und in den einschlägigen Foren (siehe Linkliste). Und ansonsten gilt wie fast überall: benutzen des gesunden Menschenverstands und üben, üben, üben. Dabei sollte man lieber zu langsam und zu vorsichtig vorgehen, egal, ob man eher den körperlichen oder den psychischen SM-Praktiken zugeneigt ist. Es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und es fällt auch niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn man beispielsweise erst einmal an einem Kissen das Zielen mit der neuen Peitsche übt.

Und was gibt es für SM-Praktiken?

Darüber ist schon so viel geschrieben worden, daß ich nicht noch einmal damit anfangen will. Außerdem ist die Abgrenzung, was jetzt genau zu SM gehört und was nicht, häufig nicht eindeutig möglich. Gehört ein zärtliches Vorspiel mit verbundenen Augen bereits zum SM? Und wie ist es mit dem liebevollen Klaps auf seinen/ihren Hintern? Auf den Internet-Seiten meiner Linkliste kann man vieles dazu finden, auch das SM-Handbuch zählt etliches auf. Selbst meine Geschichten zeigen die eine oder andere Facette des SM.

Deshalb möchte ich hier nur die drei Hauptrichtungen kurz aufzählen:

  • das Zufügen bzw. Ertragen von Schmerzen
  • das (Rollen-)Spiel mit Macht, Unterwerfung und (manchmal) Demütigung
  • das Fesseln und Fesseln lassen

Eigentlich sollte es jetzt überflüssig sein, noch einmal zu erwähnen, daß alle Beteiligten freiwillig, einvernehmlich und zur Befriedigung der eigenen Lust an solchen Praktiken teilnehmen. Und auch, daß nicht jeder SMer allen Praktiken zugeneigt ist, sondern meist nur einen Ausschnitt davon als lustvoll empfindet, ist eine Binsenweisheit.

Befürworten SMer die Sklaverei?

Natürlich nicht. Bezeichnungen wie "Sklave", "Diener", "Leibeigener" oder ähnliche sind genau wie "Herr", "Meister", "Eure Lordschaft" usw. Bestandteil von Rollenspielen. Weder leben die Aktiven dabei in dem Wahn, tatsächlich Feudalherren oder Sklavenhalter zu sein oder sein zu wollen, noch verstehen sich die Passiven außerhalb des Rollenspiels als rechtloses Eigentum oder streben solch eine Stellung an.

Aber in den SM-Stories - auch hier - kommen häufig "richtige" Sklaven vor?

Kennen Sie einen Western-Roman, in dem die Helden mit Platzpatronen oder Papierkügelchen schießen? Oder erwarten Sie, daß die Autoren und Leser solcher Geschichten ihre Streitigkeiten mit der Schußwaffe austragen? Doch sicher nicht. Auch SM-Stories beschreiben meistens Phantasien, die nicht für eine reale Umsetzung bestimmt sind und die allenfalls einvernehmlich in Rollenspielen nachgestellt werden. Wieder beruhigt?

Um es auf den Punkt zu bringen: SMer sind ganz normale Menschen, die die üblichen Wertvorstellungen teilen. Lediglich die erotisch-sexuellen Neigungen weichen etwas vom Durchschnitt ab, werden aber nur unter Gleichgesinnten einvernehmlich ausgelebt.

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