why-not-flamme

 

Urheberrecht

Stories von Why-Not

Zwischen den Stühlen

Als internet-affiner Autor sitzt man bei der derzeitigen Diskussion zum Urheberrecht zwischen den Stühlen. Einerseits ist die von einigen Verwertern angestrebte Total-Überwachung des Internets indiskutabel, andererseits kommen aus der Ecke der Überwachungsgegner teilweise abstruse Vorstellungen, die die freie (und kostenlose) Verfügbarkeit von kreativen Werken rechtfertigen sollen.

So wird beispielsweise behauptet, das Urheberrecht auf existierende Werke würde die Schaffung neuer verhindern. Ideen sind auch nach dem heutigen Urheberrecht nicht schützbar. Jeder kann die Geschichte eines Zauberlehrlings erzählen, der allerlei Abenteuer in einer Zauberschule erlebt. Er darf halt nicht Harry Potter heißen, in Hogwarts lernen und Quidditch spielen.

Während die eine Seite die bestehenden Schrankenregelungen zur Privatkopie durch Kopierschutzmaßnahmen und Total-Überwachung auszuhebeln versuchen, überdehnt die andere den Begriff der Privatkopie durch Einbeziehung jedweder globalen Veröffentlichung, für die kein Geld verlangt wird.

Was läuft schief?

In der aktuellen Debatte um die Zukunft des Urheberrechts haben sich einige Probleme eingeschlichen, die eine zielführende Diskussion und Verständigung zwischen den Urhebern einerseits und den Nutzern andererseits sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen.

  1. Es werden unterschiedliche Anwendungsgebiete des Urheberrechts in einen Topf geworfen, die stark abweichende Nutzungsszenarien, Erstellungssystematiken und Schutzbedürfnisse haben. Musik beispielsweise wird nicht dadurch entwertet, daß man sie bereits im Radio gehört hat. Einen Film dagegen werden die wenigsten Nutzer noch einmal im Kino anschauen, wenn sie ihn bereits in DVD-Qualität gesehen haben. Auch die meisten Romane werden kein zweites Mal gelesen.
     
  2. Es wird nicht über die Bedürfnisse aller Beteiligten gesprochen und darüber, wie diese in einer Umsetzung gemeinsam berücksichtigt werden können. Statt dessen werden gegensätzliche Umsetzungsalternativen postuliert - und angeboten, über geringfügige Anpassungen zu verhandeln. So wird es nie eine Annäherung der Standpunkte geben.

Nötig ist meines Erachtens eine differenzierte Betrachtung nach Anwendungsgebieten des Urheberrechts unter Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der Kreativen und der Nutzer. Erst danach ist es zielführend, über konkrete Änderungen zu diskutieren.

Was heißt das jetzt konkret?

Um mal einen Anfang zu machen und Arbeitshypothesen für eine hoffentlich fruchtbaren Diskussion zu liefern, habe ich für einige Anwendungsgebiete mit der Zusammenstellung der Interessen und möglicher Umsetzungsszenarien begonnen. Das kann natürlich nicht abschließend erfolgen, da ich nur einen Teil der Interessen und Bedürfnisse kenne. Der Einfachheit halber beziehe ich mich nur auf zeitgenössische Werke.

Eine weiterer Schritt könnte ein neues Urhebervertragsrecht sein, das nicht nur das Verhältnis von Kreativen zu Verwertern fairer gestalten, sondern auch die Einführung neuer Medien beschleunigen könnte.

[Start] [Neu] [Urheberrecht] [Musik] [Film] [Buch] [Vertragsrecht] [Schreiben] [Texte] [Bücher] [SM-Texte] [Links] [Sonstiges]
Cover Dämonen der Leidenschaft (vorne)
Sklavin V Cover
Tot ist nicht genug (klein)
Cover Die Sklavin des Patriziers
Das_Elixier_von_Zeta-7