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Vertragsrecht

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Urheber-Vertragsrecht

Ein neues Urheber-Vertragsrecht, eigentlich nur eine Angelegenheit zwischen Urhebern und Verwertern, könnte auch Auswirkungen auf die Nutzer haben. Insbesondere bei der Bereitstellung neuer Medienformate könnte es die Entwicklung beschleunigen, statt sie zu bremsen.

Der Mythos von der Publikations-Freiheit im Internet

Entgegen der Vorstellung vieler Nutzer ist es trotz allgegenwärtigem Internet für Kreative praktisch unmöglich, die Verwertung selbst in die Hand zu nehmen. Denn die Verwerter nehmen trotz Internet eine Filterfunktion wahr. Zwar kann man heutzutage beispielsweise ein Buch zu (gerade noch) akzeptablen Preisen im Selbstverlag veröffentlichen, allerdings wird solch ein Buch nur bei Online-Buchhändlern geführt werden. Außerdem ist es mit einem selbstverlegten Buch fast unmöglich, eine Rezension in einem bekannten Medium zu bekommen.

Der Grund ist recht simpel. Die Masse der selbstverlegten Bücher kann qualitativ mit den Büchern aus Verlagen nicht mithalten. Es reicht nicht, eine gute Idee für eine Geschichte zu haben. Sprachliche Bilder müssen zur Handlung passen, die Charaktere brauchen Glaubwürdigkeit und Empathie-Potential und auch der Spannungsbogen will gut aufgespannt sein. Als unbedarfter Leser bemerkt man diese Komponenten nur, wenn sie fehlen bzw. nicht funktionieren.

Da die wenigsten Literaturredaktionen Lust haben, ihre Zeit mit Büchern zu verplempern, die es nicht in einen Verlag geschafft haben, dümpeln selbstverlegte Bücher bei den Online-Händlern weit auf den hinteren Rängen. Andererseits filtern die Verlage nicht nur minderwertige Qualität heraus, sondern interessieren sich auch nur für Manuskripte, die guten Profit versprechen. Wie falsch sie damit liegen können, zeigt die Tatsache, daß die Autorin der Harry-Potter-Bücher bei allen großen Verlagen abgeblitzt ist.

Verhandlungen auf Augenhöhe

Wie dem auch sei, es bleibt einem Autor, der gelesen werden will, kaum etwas anderes übrig, als einen Vertrag mit einem Verlag abzuschließen. (Bei Musik verhält es sich sehr ähnlich.) Da viele talentierte Autoren (bzw. Musiker) einer überschaubaren Zahl von Verlagen mit begrenzten Kapazitäten gegenüberstehen, hat man als Kreativer eine sehr schlechte Verhandlungsposition - obwohl man eigentlich derjenige ist, der diesen Wirtschaftszweig erst ermöglicht. Ähnlich wie der Schutz von Nicht-Kaufleuten bei Kaufverträgen wären meines Erachtens auch Regelungen zum Schutz der Kreativen vor der übermäßigen Benachteiligung durch Verlage sinnvoll.

Insbesondere der Schutz vor dem sogenannten "Total-Buy-out" wäre angebracht. Dabei sichern sich die Verlage mit einem Standardvertrag alle aktuellen und zukünftigen Verwertungsrechte für ein Werk und entscheiden später, welche dieser Rechte sie tatsächlich wahrnehmen wollen. Da die Kreativen normalerweise ihr Geld durch Beteiligung am Verkauf oder Gewinn erhalten, bekommen sie für nicht wahrgenommene Rechte üblicherweise auch kein Geld. An einen anderen Verwerter können diese Rechte dann allerdings auch nicht mehr weitergegeben werden. Auf die Entscheidung über die Nutzung neuer Medien haben die Kreativen damit normalerweise keinen Einfluß. In manchen Bereichen (z. B. im Journalismus) wird in letzter Zeit dem Kreativen eine Zweitnutzung über andere Medien gar nicht vergütet.

Sinnvolle Schutzvorschriften (erste Ideen):

  • Verträge müssen für jede Nutzungsform separat abgeschlossen werden (inkl. Vergügung).
  • Nicht wahrgenommene Verwertungsrechte fallen nach einer angemessenen Zeit wieder an den Urheber zurück.
  • Umsatzbeteiligungen der beteiligten Kreativen unter 10% sind sittenwidrig und aufzustocken.
  • ...
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